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AbsolventenInfo Ausgabe 2/07

Die Farbe Rosa oder: Das Glitzerleben der Prinzessin Lillifee

Monika Finsterbusch erschafft zauberhafte Traumwelten für kleine Mädchen. absolventenInfo hat den Weg Ihrer Karriere nachgezeichnet.
Am Anfang war das Buch... - oder eben doch nicht, denn Designerin Monika Finsterbusch erschuf eine ganze Welt, in der sich kleine Mädchen gefallen und sich auch ihre Mütter wiederfi nden. „Mädchen lieben Rosa, aber eine rosarote Kinderwelt genügt mir nicht. Ich möchte, dass Buchcover, Zeichnungen und Geschichten gleichermaßen Kinder faszinieren“, ergänzt Monika Finsterbusch. Mit den Büchern rund um „Prinzessin Lillifee“ ist das gelungen.

Denn nicht nur die Zeichnungen entzücken kleine Mädchen. Die Geschichten spiegeln ihre Wünsche und Gedanken wider, geht es doch um Freundschaft, Natur und liebenswerte Tiere, wenn sich Märchen und Realität vermischen. „Ich lasse mich bei meiner kreativen Arbeit vor allem von meiner Beobachtung und Intuition lenken. Wenn ich kleinen Mädchen zuschaue, spüre ich, was ihnen gefällt und Spaß macht“, so die Autorin und Illustratorin Monika Finsterbusch, die noch voller Ideen für weitere Geschichten steckt.
Mit Monika Finsterbusch stellt sich zugleich eine Designerin vor, die einen ungewöhnlichen Weg ging, um eine ebenso ungewöhnliche Karriere zu machen. 1954 in Berlin geboren, studierte sie in Hamburg Modedesign. Zeichnen lag der Absolventin, die in ihrer eigenen Kindheit nicht mit Puppen, wohl aber mit Stoffen spielte. Bereits mit 13 Jahren nähte sie einen Teil der eigenen Garderobe und kombinierte schon damals beherzt kariert mit bunt. Die Helden ihrer Kindheit, erinnert sie sich heute, waren Pippi Langstrumpf oder die Rote Zora, „eben die krausköpfi gen, sommersprossigen, frech-unangepassten Gören, Socke runter, Loch im Strumpf, aber mit einem großen Herz“, erinnert sich die gebürtige Berlinerin.

20 Jahre als Modedesignerin tätig
Entwürfe waren ihr Studienschwerpunkt, wobei das Zeichnen weit über die Modethemen hinausging. Ihr Interesse reichte von der Aquarellmalerei bis zur Kunstgeschichte - Wissen und Können, das ihr später zugute kommen sollte. Als Abschlussarbeit legte Monika Finsterbusch Bekleidungsentwürfe für Sportlerinnen vor. Den Skizzen, Grafiken und freien Illustrationen gehörte jedoch ihre Leidenschaft.

Nach ihrem Studium war sie über 20 Jahre als Modedesignerin tätig, bevor sie ein kleines Atelier in München eröffnete. Ende der 90er Jahre wechselte sie in die Spielwarenindustrie. „Nach den vielen Jahren, in denen ich immer wieder neue Kollektionen für Erwachsene entworfen habe, suchte ich eine neue Perspektive, etwas Spielerisches“, so Monika Finsterbusch. Sie realisierte ihren lang gehegten Wunsch und entwarf ungewöhnliche, charaktervolle Stofftiere, die sie zu lustigen Geschichten für Kinder inspirierten. So zum Beispiel die Moonshine-Gang von Sigikid mit ihren Helden Salto Rico oder Ralley Jack. Ermutigt durch diesen Erfolg veröffentlichte sie 2001 im Coppenrath Verlag ihr erstes Kinderbuch. Es hieß „Olli und Fips“. Neben dem Buch waren die beiden lustigen Kerle auch als Plüschfiguren erhältlich.

Leidenschaft für Farben und Stoffe
„Eine kleine Feenpuppe, mein Spaß an frechen, liebevollen Wesen und Tieren, kombiniert mit der Leidenschaft für Farben, Muster und Stoffe, inspirierten mich zu Prinzessin Lillifee“, sagt Monika Finsterbusch. Viel Rosa, Glitter und eine bezaubernde Prinzessin - eben das Lieblingsbuch der neuen Mädchen-Generation. Mittlerweile sind mit „Prinzessin Lillifee hat ein Geheimnis“ (2005), „Prinzessin Lillifee und die kleine Seejungfrau“ (Frühjahr 2006), „Prinzessin Lillifee und das Einhorn“ (Herbst 2006) sowie „Prinzessin Lillifee, die kleine Ballerina“ (2007) weitere Geschichten erschienen. „Ich bin eine fleißige Arbeiterin - mein Lieblingsbuch ist das jeweils neueste“, gibt Monika Finsterbusch zu, die tief in ihrem Buch versinkt, während die neue Geschichte entsteht. Ein Geschenk sei es, wenn den Kindern ihre Bücher gefallen, freut sie sich.

Großen Erfolg auch im Ausland
„Mit Lillifee habe ich für meine Karriere eine zweite Tür aufgestoßen.“ Im Alltag müsse man lernen, auch Flops wegzustecken, gibt die sympathische Designerin Studienabsolventen mit auf den Weg. Das sei für sie allerdings nie ein Grund gewesen, umzukehren oder zu resignieren. Im Gegenteil: „Weiterarbeiten, intensiver und attraktiver werden“, lautet ihr persönliches Ziel. Und der Erfolg gibt Monika Finsterbusch recht.
Längst werden die Geschichten als Hörbuch von Sissi Perlinger interpretiert. „Schade, dass es so was Süßes nicht gab, als ich ein Kind war“, sagt die bekannte Kabarettistin über die Bilderbücher der Prinzessin Lillifee.
Doch nicht nur in Deutschland hat Prinzessin Lillifee-Fans. Auf große Resonanz stoßen die Bücher auch im Ausland: Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Island, Israel, Italien, Japan, Kanada, Korea, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, USA und Ungarn.
Längst verzaubern neben den Büchern, Pflegeserie, Reise- und Schul-Equipment sowie ein Beauty-Set die Lillifee-Freunde. Glitzernde Sticker, Strass-Tattoos, Röschen-Haarbänder und Glitzer-Haarreifen machen die rosa Märchenwelt schließlich perfekt. Weitere Auftritte hat Prinzessin Lillifee als Kindermöbelprogramm, auf Lizenzprodukte wie Bettwäsche, Brillen, bei Fahrradzubehör und Lichterketten - immerhin auf aktuell 357 unterschiedliche Produkte der „Spiegelburg“ und des „Coppenrath Verlags“. Und immer noch ist es die Handschrift von Monika Finsterbusch, aus deren Feder die immer neuen, fantasievollen Entwürfe stammen.
Wenn die Kaufentscheidung fällt, wird ihr Können im Umgang mit Stoffen zum entscheidenden Faktor: Denn durch textile Cover schafft sie den Einstiegsreiz und verführt zum Lesen in der Welt von Lillifee. Im Frühjahr war die Prinzessin im Rahmen der liebevoll inszenierten Bühnenshow „Prinzessin Lillifee und der Zauber der Rose“ erstmals auf der Bühne zu sehen - und ihr Märchen, das untrennbar mit dem Erfolg der Designerin Monika Finsterbusch verbunden ist, lebt weiter, die zweite Tournee ist zum Herbst angekündigt.

Unbeschwertes Leben in der Schweiz
Heute lebt die naturverbundene 53-Jährige mit ihrem Partner in der Schweiz. Im Alltag hat sie sich ein wenig von der Unbeschwertheit ihrer Kinderhelden bewahrt: Sie ist viel unterwegs, strolcht gerne herum, wünscht sich Hund und Katze und guckt beim Zeichnen am liebsten auf die
Blumen in ihrem Garten.




Illustratoren: Ausschmücken mit Tradition

Die Illustration von Text hat eine lange Tradition. So wurden in den Handschriften des Mittelalters häufig kunstvolle Miniaturen oder reich ausgeschmückte Initiale angebracht, um den Inhalt des Textes zu unterstützen, die Seiten zu gliedern und natürlich die enorm wertvollen Handschriften, die in Klöstern im Auftrag reicher Adliger angefertigt wurden, standesgemäß auszuschmücken.

In der Gegenwart sind illustrierte Bücher dagegen eher die Ausnahme. Nach wie vor wird zwar die Bibel in aufwendigen Drucken beispielsweise mit Bildern von Marc Chagall aufgelegt, oder Zeichnungen von Gustave Doré begleiten durch Dante Alighieris Göttliche Komödie, illustrierte Gegenwartsliteratur beschränkt sich aber im Wesentlichen auf Kinderbücher.
Die Ausbildung zum Illustrator ist wie in allen anderen künsterlischen und publizistischen Berufen nicht klar geregelt. Ein klassischer Weg wäre das Grafik-Studium etwa an einer Fachhochschule oder eine entsprechende Ausbildung an einer Kunstakademie.

Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 02/07
Verfasst von Birgitta Raulf


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