20 1 2 21 15 3 4 5 6 16 8 7 |
AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2007Begleiteter JobeinstiegWarum sich immer nur in Handbüchern über den Berufseinstieg informieren? Ein Coach kann viel präziser auf die eigene Persönlichkeit eingehen und kritische Tipps geben.Tipps für die richtige Bewerbung gibt es viele: Allein im Internet finden sich zahllose Seiten und die Literatur über das passende Anschreiben, den richtigen Lebenslauf und die perfekte Vorstellung. Sogar „das beste Schuhe Putzen“ füllt Bibliotheken – mit dem Ergebnis, dass viele Personalchefs angesichts der ihnen auf den Tisch flatternden Bewerbungen feststellen können, welche Bewerbungsratgeber zur Zeit bevorzugt gelesen werden. Keine Frage, die besseren Handbücher und die eingehender recherchierten unter den Internetseiten geben wertvolle Hinweise für den Übergang vom Studium in den Beruf, aber sie haben einen großen Haken: Sie beantworten keine konkreten Fragen und der Absolvent merkt im Zweifel gar nicht, wo er seine Fehler macht. Diesem Manko ist ausschließlich mit persönlicher Beratung zu begegnen, bei der die Bewerber ihre Unterlagen mitbringen können. Mit kritischem Blick analysieren Coaches die Unterlagen und geben Hinweise für eine bessere Gestaltung und passenderen Inhalt. Konstruktive Kritik Der Umfang – und natürlich auch der Preis – dieser Dienstleistung variiert sehr stark. So bieten die meisten Organisatoren von Hochschulkontaktmessen den Besuchern ihrer Veranstaltungen einen Bewerbungsservice an: Wer seine Bewerbungsmappe mitbringt, erhält konstruktive Kritik etwa auf den Campus Chances oder den Bonding-Kontaktmessen – für die Studierenden kostenlos. Seit einer ganzen Weile aber offerieren professionelle Karriere- und Bewerbungscoaches ihren Schützlingen umfassende Beratung über einen längeren Zeitraum – ein Trend, der aus den USA herübergeschwappt ist. Dort ist es schon beinahe eine Selbstverständlichkeit, dass die Hochschulen, mit Studiengebühren finanziert, ihren Eleven alle erdenklichen Seminare, Workshops und Beratungsgespräche anbieten, um ihnen den Übergang in den Job zu erleichtern. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) etwa, eine der weithin anerkannten Elite-Universitäten, bietet seinen Studierenden trotz ohnehin schon ausgezeichneter Berufsaussichten schon fast einen Rundumservice bei der Berufswahl und der Stellensuche. Das dortige Careers Office gibt den Studierenden nicht nur Hinweise in Seminaren, sondern berät mit ihnen eingehend mögliche Karrierewege und führt gestellte Vorstellungsgespräche mit den Absolventen durch. Coaches nehmen an Bedeutung zu Dennoch gewinnen außeruniversitäre Coaches zunehmend an Bedeutung. Wer über das nötige Kleingeld verfügt und eine spezielle Position anstrebt, kann sich von professionellen Career Coaches eingehend beraten lassen. In mehreren Sitzungen entwickeln die Betreuer mit ihren Kunden nicht nur Bewerbungsstrategien, sie stellen auch mitunter harte Fragen: Welche Kenntnisse und Fähigkeiten bringt der Student mit? Welche persönlichen Eigenschaften prägen sein Verhalten? Welche Ansprüche stellt er an die Vereinbarkeit von Job und Familie? Diese intensive Eins-zu-eins-Betreuung hat selbstverständlich ihren Preis. Für acht jeweils neunzigminütige Sitzungen verlangt etwa die Agentur Hayden Wilder in Boston knapp 3000 Dollar – vielen Hochschulabsolventen scheint das eine lohnende Investition zu sein, steigen doch die Umsätze des Hauses stetig. Zu Recht, findet Mitbegründer Michael Wilder, schließlich fänden 98 Prozent der Kunden innerhalb der achtwöchigen Betreuungszeit einen angemessenen Job. Situation Deutschland In Deutschland steckt dieser Trend noch in den Kinderschuhen, wiewohl auch hierzulande zusehends Beratungsfirmen ihren Schützlingen zur Seite stehen. Das Einsteigerangebot ist für Absolventen meist gebührenfrei, nur auf das Kleingedruckte ist zu achten. So bieten vor allem Versicherungen und Finanzdienstleister Hochschulabsolventen Bewerbungstrainings an, führen testweise Assessment-Center durch oder geben Diplomanden die Möglichkeit, an einem simulierten Vorstellungsgespräch teilzunehmen. Einige Anbieter lassen sich aber als Gegenleistung das Recht einräumen, die Adressdaten der Teilnehmer weiter zu nutzen – wertvolle Kontakte für die spätere Kundenakquise. Die Studenteninitiative in Aachen Die Studenteninitiative Bonding dagegen, ein von Studierenden an der Technischen Hochschule Aachen ins Leben gerufener Verein, hat sich vorgenommen, genau das zu verhindern. „Bei uns gehen keine Teilnehmerdaten weiter an die Veranstalter“, erklärt Niels Huck. Dass dennoch Unternehmen wie der Finanzdienstleister ASI oder Horbach, die Telekom und Thyssen- Krupp mit dem Verein zusammen arbeiten, liegt nach Hucks Ansicht an der aktuellen Arbeitsmarktsituation: Qualifizierte Ingenieure und Techniker zu finden, ist für jedes Unternehmen von zentraler Bedeutung – Nachwuchskräfte also, die Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit Vereinen wie Bonding für sich gewinnen können. „Klausuren muss ich selbst schreiben“ Von umfassenden Coachings für Hochschulabsolventen hält Niels Huck denn auch gar nichts: „Wenn mir irgend so ein Coach was vom Chakra erzählt, dann kann ich mir das eh nicht leisten – und es ist auch unsinnig, schließlich muss ich meine Klausuren immer noch selbst schreiben.“ > www.campuschances.de > www.bonding.de „Der beste Coach ist die gute Vorbereitung“ Wenig sinnvoll sei es für Hochschulabsolventen, für die Bewerbungssuche einen Coach zu engagieren, meint Peter von Woedtke, Unternehmens- und Personalberater bei Kahle, Wasmuth, v. Woedtke und Mitglied im Team of Competence der AbsolventenInfo. „Wer mit wachem Auge im Internet sucht, findet genug Informationen und kostenlose Angebote, um sich nach dem Studium für Stellensuche und Bewerbung fit zu machen.“ Wichtig sei vielmehr, dass sich die Bewerber mit dem beschäftigt, was eigentlich gefragt sei. Defizite und Stärken seien herauszuarbeiten und im Vorstellungsgespräch konzentriert und locker vorzugehen. Häufig vergessen Bewerber bei ihrem Gespräch, sich selbst Gedanken über das Unternehmen zu machen und Fragen zu stellen – ein kaum zu unterschätzender Faktor, um den Gesprächsteilnehmern Interesse zu signalisieren. Sinnvoll sei ein kompetentes Coaching allenfalls bei der Gesprächsführung, wenn der Bewerber sich hier unsicher sei. Aber auch dort helfe schon der gesunde Menschenverstand ein gutes Stück weiter: Augenkontakt halten, nicht nur aus der Ich-Perspektive sprechen und unbedingt authentisch sein, so von Woedtke, seien da die wichtigsten Punkte. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/07 Verfasst von absolventenInfo zurück |
|
||||||||
|
Über uns | Werbung | Studenten-Shop | Partnernetzwerk | Partnernetzwerk | Impressum & Datenschutzerklärung Copyright 2012 Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG |