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AbsolventenInfo Ausgabe 1/ 2006Baulogistiker - eine Aufgabe mit ZukunftFragen an Frau Dipl.-Ökonomin Iris Schulze-Aminzada, Marketingleiterin Streif BaulogistikDie Logistik ist insgesamt eine Branche im Aufwind. Auf welche besonderen Markt-Herausforderungen reagiert die Baulogistik? Mit welchen Themen befasst sich die Baulogistik? Die Baulogistik reagiert auf die Markterfordernisse der Bauindustrie. In der Bauindustrie sind einige Besonderheiten zu beachten: Es ist die Branche mit den meisten Unfällen, Deutschlands größter Müllproduzent und fällt dadurch auf, dass überdurchschnittlich viele Schnittstellen notwendig sind. Außerdem ist jede Baustelle ein Prototyp. Und von daher fallen hier sehr viele logistische und organisatorische Aufgaben an. Das sind die Herausforderungen, auf die die Baulogistik reagiert, indem sie die Prozesse auf den Baustellen verbessert und damit für das Bauunternehmen und den Bauherrn entsprechende Effizienzvorteile verschafft. Die Themen, mit denen sich Baulogistik befasst, entsprechen diesen Herausforderungen. Als Beispiel können wir die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination nennen, die zum Ziel hat, die Unfallrate zu senken. Können Sie in (Mitarbeiter- und Niederlassungs-) Zahlen veranschaulichen, wie sich Streif Baulogistik in den vergangenen Jahren entwickelt hat? Dazu muss man die Geschichte von Streif Baulogistik kennen. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet, als die Bauindustrie am Anfang der Krise stand. Ursprünglich als Cost Center im Hochtief-Konzern aufgestellt, sollte Streif Baulogistik sich zum Profit Center entwickeln. Dazu war es zunächst notwendig, die ehemals rund 1000 Mitarbeiter auf heute 450 Mitarbeiter zu reduzieren. Außerdem haben wir uns auf das Kerngeschäft in Deutschland konzentriert und somit eine solide Basis geschaffen, um in Zukunft das europäische Geschäft zu erweitern. Und wir werden jetzt wieder langsam damit beginnen, uns zu vergrößern und auch wieder Leute einzustellen. In welchen Bereichen des Unternehmens werden Führungskräfte gesucht? Führungspositionen werden bei uns intern besetzt. Wir haben einfach eine Menge guter Mitarbeiter, die bestens aus- und weitergebildet sind. Und können somit diese Positionen aus eigener Kraft besetzen. Das ist auch Unternehmenscredo. Die Mitarbeiter, die bei uns anfangen, sollen sich bei uns wohlfühlen und auch bei uns ihre Karrierechancen sehen und wahrnehmen. So wollen wir Mitarbeiter langfristig binden. Für die Neueinsteiger bietet hier unser einjähriges Traineeprogramm gute Chancen. Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern? Die Mitarbeiter bei Streif Baulogistik sind sehr mobil - wichtigste Voraussetzung, um das Unternehmen effizient zu führen. Wir müssen die Leute flexibel im ganzen Bundesgebiet projektorientiert einsetzen können. Und da finden wir bei den Mitarbeitern eine große Identifikation mit dem Unternehmen und damit verbunden auch eine große Bereitschaft zur Mobilität. Wichtig ist eben auch, im Rahmen sehr enger Vorgaben kreativ zu werden. Das ist es, was den Mitarbeiter bei Streif Baulogistik auszeichnet. Dazu kommt, dass viele unserer Mitarbeiter aus der Baubranche kommen und da umfassende Erfahrungen mit sich bringen. Sie haben den deutschlandweit ersten Baulogistikpreis an Studierende vergeben. Aus welchen Fachrichtungen wurden Arbeiten eingereicht? Mit welchen (Fach-) Hochschulen arbeiten Sie zusammen? Welche Vorteile sehen Sie in der engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule? Die Arbeiten, die eingereicht worden sind, kamen hauptsächlich aus dem Bauingenieurwesen und aus dem Vertiefungsbereich Logistik. Das ist ein Studium, das die Absolventen noch mal auf ihrem Studium aufsetzen können. Es war aber nicht darauf beschränkt. Es hätten sich auch Studierende anderer Fachrichtungen bewerben können. Wir arbeiten mit den (Fach-)Hochschulen Bochum, Münster und Duisburg- Essen zusammen, und wir wollen den Kreis erweitern. Gespräche laufen zurzeit. Grundsätzlich sollte so eine Zusammenarbeit langfristig angelegt werden, um erfolgreich zu sein. Als wir den Deutschen Baulogistikpreis im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben haben, haben wir festgestellt, dass das Thema bei den Studierenden eine höhere Wertigkeit bekam. Und wir kamen mit den Studierenden in frühzeitigen Kontakt, um sie für die Baulogistik zu interessieren. Wird es eine Neuauflage des Baulogistikpreises geben? Wer kann sich dafür wie bewerben? Eine Neuauflage wird es geben. Die Bedingungen stehen noch nicht fest. Wir werden einen Preis für 2006/2007 ausrufen, der Wettbewerb wird dann bis Mitte nächsten Jahres gehen. Bewerben können sich einerseits die Studierenden der Fachbereiche, mit denen wir bereits zusammenarbeiten. Aber natürlich sind auch Studierende anderer Hochschulen herzlich willkommen. Vorsprung durch Innovation - wie schätzen Sie das Wachstumspotenzial der Baulogistik ein, und wohin wird sich die Baulogistik in den nächsten Jahren entwickeln? In der Baulogistik steckt ein enormes Wachstumspotenzial. Wir können es daran festmachen, dass der Markt in letzter Zeit stärker auf unseren ganzheitlichen Ansatz von Baulogistik aufmerksam wird. Beispielsweise finden wir uns in Ausschreibungen wieder. Wir sind gerade dabei, uns bei bestimmten Präqualifikationsstellen mit unserer Thematik einzubringen. Insgesamt wird die ganzheitliche Baulogistik immer wichtiger werden. So werden die Service-Dienstleistungen mehr dazu beitragen als heute schon, um die deutsche Bauwirtschaft effizienter zu gestalten. Veröffentlicht in absolventenInfo / Ausgabe 01/06 Verfasst von absolventenInfo zurück |
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