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Studienkosten

Wenn das Studium beginnt, ändert sich das Leben des Studierenden von Grund auf. Er muss auf eigenen Füßen stehen, und dazu gehören zum Beispiel eine Wohnung, Selbstverpflegung, Materialien für das Studium und einiges mehr. Dafür fallen dann selbstverständlich auch Kosten an, die es vorher nicht gab, und deshalb wollen wir im folgenden Artikel einen kleinen Überblick darüber geben, was monatlich auf euch zukommt. Die Angaben beruhen größtenteils auf der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes mit dem Stand von 2006, für die Tausende von Studenten befragt wurden. Sie befasst sich mit der Lage des deutschen „Normalstudenten“; das heißt, dass der Student oder die Studentin nicht mehr bei seinen oder ihren Eltern wohnt und ein Erststudium absolviert.

Wohnung
Der größte Teil des Geldes, das einem Studenten oder einer Studentin monatlich zur Verfügung steht, geht mit etwa 34 % in die Wohnungsmiete plus Nebenkosten und beträgt durchschnittlich 266 €. Dabei gibt es viele unterschiedliche Faktoren, die die Höhe dieser Ausgabe beeinflussen, beispielsweise die Wohnform oder die Mietpreise der jeweiligen Stadt. So kostet ein Platz in einem Wohnheim im Durchschnitt 201 €, in einer WG 234 € und in einer Wohnung alleine 316 €.

Wenn man die Wohnform außer Acht lässt und die Gesamtkosten betrachtet, ergibt sich, dass das Wohnen in München mit 336 € am teuersten ist. Danach folgen andere Großstädte wie Köln mit 330 €, Frankfurt am Main mit 327 € und Hamburg mit 319 €. Wer viel Wert auf günstiges Wohnen legt, kommt in den neuen Bundesländern am besten zurecht, denn dort zahlt man beispielsweise in Chemnitz durchschnittlich nur 199 €.

Verpflegung
Die Kosten für die Ernährung hängen davon ab, wie gut man organisiert ist: Isst man in der Mensa oder kocht man selber? Verpflegt man sich gemeinsam mit mehreren anderen Personen oder alleine? Kann man gut wirtschaften oder verderben die Lebensmittel im Kühlschrank? Außerdem ist es sehr schwierig, den Verbrauch realistisch einzuschätzen. Bei den befragten Studenten und Studentinnen reichten die Angaben von 40 € bis hin zu 360 € im Monat. Die meisten nannten allerdings einen Betrag zwischen 80 € und 200 €, wobei sich die Angaben in den alten und neuen Bundesländern auch hier unterscheiden: Durchschnittlich geben Studierende in den alten Bundesländern 151 € für Essen aus, in den neuen Bundesländern 130 €.

Mobilität
Die Unterschiede im Bereich der Fahrtkosten sind bei den befragten Studenten und Studentinnen gravierend. Ganze 43 % der Männer leisten sich ein Auto und geben dafür jeden Monat durchschnittlich 121 € aus. Bei den Frauen sind es lediglich 36 %, die monatlich auch noch weniger dafür aufbringen müssen, nämlich 110 €. Für öffentliche Verkehrsmittel geben 67 % aller befragten Frauen Geld aus, und zwar 36 €. Bei den Männern sind es 61 % mit 34 €. In den alten Bundesländern haben etwas mehr Studierende ein Auto und somit höhere Kosten als in den neuen Bundesländern. Der Trend geht aber im Vergleich zu früheren Erhebungen insgesamt eindeutig hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Angaben sind die Kosten für das Semesterticket bereits enthalten.

Kleidung
Im Schnitt geben Studentinnen monatlich 53 € für Kleidung aus, Studenten 48 €. Das Gefälle zu den neuen Bundesländern ist auch hier wieder gegeben; dort zahlen Studierende im Monat durchschnittlich 44 € für Kleidung.

Kommunikation
Für sein Studium benötigt mittlerweile jeder einen Internetanschluss. Außerdem will man in einer fremden Stadt mit seiner Familie per Telefon Kontakt halten und muss auch die vielen neuen Leute anrufen, die man im Studium kennen lernt. Die meisten Hochschulen bieten die kostenlose Nutzung von PC-Pools an, was meistens mit einigem Aufwand verbunden ist, und man möchte am liebsten in Ruhe zu Hause im Internet surfen können. Insgesamt liegen die durchschnittlichen Kosten für Handy, Telefon, Internetzugang, GEZ usw. bei durchschnittlich 43 € im Monat.

Lernmaterialien
Je nach Studienfach sind die benötigten Lehrmittel sehr unterschiedlich. Zahnmedizinstudenten müssen im Schnitt 77 € ausgeben, Ingenieurwissenschaftler dagegen nur 30 € und somit am wenigsten. Das liegt sicherlich unter anderem an den sehr teuren „Wälzern“, die zum Lernen benötigt werden, oder auch teilweise an Abschlussprüfungen, die viel an Material erfordern.

Versicherungen und Gesundheit
Wenn man noch bei seinen Eltern versichert ist, was unter bestimmten Voraussetzungen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres möglich ist, hat man kaum Ausgaben für die Krankenversicherung. Für alle anderen gibt es einen einheitlichen Studententarif von etwas unter 60 €. Sollte man diesen aus verschiedenen Gründen auch nicht mehr in Anspruch nehmen können, steigen die Ausgaben extrem; über 30-jährige zahlen demnach im Durchschnitt 120 €.

Freizeit
Die befragten Studentinnen und Studenten gaben an, im Schnitt 62 € pro Monat für Freizeit, Sport und Kultur auszugeben.

Semestergebühren
Zu den Kosten, die semesterweise anfallen, gehören der Semester- oder Sozialbeitrag, in einigen Bundesländern der Verwaltungskostenbeitrag sowie die Studiengebühren. Der Sozialbeitrag liegt ohne Semesterticket (siehe „Mobilität“) je nach Hochschule zwischen 50 € und 90 €; das bedeutet, dass jeden Monat zwischen 8,25 € und 15 € dafür aufgewandt werden müssen.

Verwaltungskostenbeiträge bewegen sich zwischen 40 € und 75 €, so dass man monatlich auf einen Betrag zwischen 8,25 € und 12,50 € kommt.

Den größten Teil bilden die Studiengebühren, die es allerdings nicht überall gibt. Sie betragen 500 € pro Semester und schlagen so mit einem Betrag von 83,33 € pro Monat zu Buche.

Gesamtkostenauflistung

Wohnung 199 - 336 €
Verpflegung 130 - 151 €
Mobilität 35 € (öffentliche Verkehrsmittel)

116 € (Auto)
Kleidung 50 - 58 €
Kommunikation 49 €
Lernmaterialien 30 - 77 €
Versicherungen und Gesundheit 0 - 60 €
Freizeit 62 €
Semestergebühren 8 - 100 €

Daraus ergibt sich: Im günstigsten Fall betragen die monatlichen Kosten 563 €, im ungünstigsten Fall 1044 €.
Am wenigsten Geld geben Studentinnen und Studenten aus, die kein Auto haben, keine Studiengebühren zahlen müssen, bei ihren Eltern versichert sind und in einer Stadt in den neuen Bundesländern wohnen. Der wichtigste Kostenfaktor ist aber wohl die Unterkunft, denn mit einer höheren Miete kommt man schnell auf sehr viel höhere Gesamtkosten.

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