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Studiengebühren - Contra



Die Contra-Position

Im öffentlichen Diskurs ist die Contra-Position gegen Studiengebühren wohl die stärker vertretene. Im Gegensatz zu den Befürwortern von Studiengebühren finden sich die Gegner häufig zu Demonstrationen und anderen Protestaktionen zusammen, so dass viele Argumente bereits bekannt sind. An dieser Stelle sollen deshalb die zentralen Gegenargumente kurz dargestellt werden, ausführliche Informationen finden sich in den angegebenen Links.

a) Der Staat stiehlt sich aus der Verantwortung, für eine konkurrenzfähige Ausbildung seiner Bürger zu sorgen.
Einerseits überlassen andere Staaten (wie z.B. die USA) diese Verantwortung zwar auch den Bürgern selbst, in solchen Ländern liegen die durchschnittlich gezahlten Steuern allerdings auch unter dem Niveau, das in Deutschland normal ist. Die Mittel für eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen sind in Deutschland also prinzipiell gegeben, sie müssen nur richtig verteilt werden. So wäre es überlegenswert, ob auf Dauer die ausreichende Finanzierung von Hochschulen nicht sinnvoller wäre als z.B. die Subvention des Kohlebergbaus, der zwar kurzfristig Arbeitsplätze sichert, aber im Gegensatz zu einer fundierten universitären Ausbildung in Anbetracht von Strukturwandel und Globalisation eher wenig Perspektiven bietet.
Da die Sicherung des Standortes Deutschland und damit auch die Sicherung von Arbeitsplätzen auf allen Ebenen also zunehmend von Innovation und „brain power“ abhängt, sollte die Hochschulfinanzierung auch weiterhin von der gesamten Bevölkerung getragen werden, da die Angehörigen aller Milieus (also auch nicht-Akademiker) von einer fundierten universitären Ausbildung der Akademiker profitieren. Die Einführung von Studiengebühren würde also, entgegen einer gängigen Behauptung, soziale Ungerechtigkeit nicht vermindern, sondern vergrößern, da die zukünftigen Leistungsträger der Gesellschaft ihre Ausbildung auch noch selbst bezahlen müssten.

b) Studiengebühren vermindern die Chancengleichheit im Bereich der universitären Ausbildung.
Dieses Argument beschäftigt sich vor allem mit der Frage potenzieller Studierender aus den sog. „bildungsfernen Schichten“. Da dieser Personenkreis durch das deutsche dreigliedrige Schulsystem mit seiner frühen Selektion ohnehin schon benachteiligt wird, würde eine zusätzliche Hürde von Studiengebühren die Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems zusätzlich minimieren. Ein beliebtes Gegenargument gegen diesen Umstand ist, dass durch die Vergabe von Stipendien einer Benachteiligung vorgebeugt werden könne. Ein wirklich ausgeprägtes Stipendiensystem, wie es z.B. in den USA existiert, gibt es in Deutschland allerdings noch nicht, außerdem würden Studieninteressierte, die die Voraussetzungen für ein Stipendium bei der Bewerbung nicht erfüllen, nicht einmal eine Chance im Studium bekommen. Ganz im Sinne der Humankapitaltheorie Theodore Schultz’ u.a. würde zudem das erhöhte Finanzierungsrisiko die „Investitionsbereitschaft“ in das Produkt Bildung mindern, so dass finanziell schwächere Schüler sich tendenziell eher gegen ein Studium entscheiden würden, was in der Masse wiederum den Standort Deutschland schwächt.

c) Es besteht die Gefahr, dass die Gebühren letztendlich nicht den Universitäten im vollen Maße zugute kommen und wenn doch, dass sie nicht effektiv eingesetzt werden.
Im Zuge der Debatte um Studiengebühren wurde für längere Zeit auch die Idee diskutiert, die Gebühren für einen gewissen Zeitraum zum Stopfen von Löchern in den Haushalten der Länder zu verwenden. Obwohl diese Idee weitestgehend als nicht durchsetzbar ad acta gelegt wurde, ist dennoch nicht hundertprozentig gesichert, dass die Universitäten tatsächlich im vollen Umfang von den eingeforderten Gebühren profitieren werden. Sollte dies nicht der Fall sein, würden die Studenten für die schlechte Finanzplanung der Länder einstehen müssen und von ihren eigenen Beiträgen kaum profitieren können. Doch auch wenn die Gebühren im vollen Umfang an die eigene Universität fließen, ist der effektive Einsatz der Mittel nicht gewährleistet. So könnte es beispielsweise passieren, dass sieben der im obigen Beispiel genannten zehn Millionen Euro in die Profilbildung im Bereich Naturwissenschaften der eigenen Universität investiert werden, sich aber z.B. in den Geisteswissenschaften relativ wenig verändert. Ein großer Teil der Studierendenschaft würde so für Leistungen bezahlen, von denen er selber nicht profitiert.
Es besteht außerdem die Gefahr, dass die zusätzlichen Mittel aus den Studiengebühren als Argument verwendet werden, die öffentlichen Zuschüsse an die Universitäten zu kürzen, so dass den Universitäten letztendlich nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen, als vor Einführung der Studiengebühren. Der eigentlich gewünschte Effekt der Gebühren, nämlich die Förderung der Hochschulausbildung, wäre somit ausgehebelt.



Die Pro-Position
a) Studiengebühren sichern die Qualität von Forschung und Lehre.
b) Studiengebühren führen zu einer Effizienzsteigerung im Bildungsbereich und stärken die Position der Studierenden
c) Studiengebühren helfen, die Angebote der Hochschulen an den Anforderungen des Ausbildungsmarktes auszurichten


Die Contra-Position
a) Der Staat stiehlt sich aus der Verantwortung, für eine konkurrenzfähige Ausbildung seiner Bürger zu sorgen
b) Studiengebühren vermindern die Chancengleichheit im Bereich der universitären Ausbildung
c) Es besteht die Gefahr, dass die Gebühren letztendlich nicht den Universitäten im vollen Maße zugute kommen und wenn doch, dass sie nicht effektiv eingesetzt werden

Der Stand der Dinge (Stati in den einzelnen Bundesländern)


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      LINKS
Allgemeine Informationen zum Thema Studiengebühren mit einer Übersicht über die aktuelle Entwicklung und der Zusammenstellung der wichtigsten Pro- und Contra-Argumente. Außerdem sehr ausführliche Linksammlung zum Thema
Allgemeine Informationen zum Thema mit Links zu den entsprechenden Gerichtsentscheidung und passenden Kommentaren
Homepage des Bündnisses gegen Studiengebühren mit umfangreichen Informationen zum Thema, allerdings natürlich stark parteiisch gegen Studiengebühren







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