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Praktikum in Spanien

Einleitung
Praktikumsmarkt
Praktikumssuche
Bewerbung
Visum


Einleitung

Viele Menschen denken, Englisch wäre die meistgesprochene Sprache der Welt. Geht man jedoch ausschließlich von den Muttersprachlern aus und vernachlässigt die sogenannten Zweitsprecher, dann schafft es Englisch nur auf den dritten Platz. Und zwar hinter Mandarin-Chinesisch und, wer hätte das gedacht, Spanisch. 332 Millionen Menschen auf dieser Welt wachsen mit Spanisch (Castellano) als Muttersprache auf. Neben Spanien selbst ist diese Sprache auch fast auf dem gesamten Kontinent Südamerika, in vielen Teilen von Mittelamerika und auch in Bereichen Nordamerikas verwurzelt. Es ist also für jeden von Vorteil, diese Sprache zu lernen. Besonders, wenn man mit dem Gedanken spielt, seine spätere berufliche Laufbahn auch im Ausland verlaufen zu lassen.

Für viele ist Spanien einfach nur das Land, in dem sie ihren Sommerurlaub verbringen. Sandstrände mit einer Gesamtlänge von 2000 km, jährlich etwa 1000 Sonnenstunden mehr als in Deutschland und stets freundliche und aufgeschlossene Einheimische lassen die Reise dorthin zu einem erholsamen Erlebnis werden. Doch es geht auch anders. Eine Möglichkeit, bereits berufliche Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig mit der Sprache in Kontakt zu kommen, ist ein Auslandspraktikum in Spanien. Auch während eines Praktikums lassen sich die Vorzüge dieses Landes beinahe genau so intensiv genießen, wie während eines Urlaubs. An den Wochenenden können die vielen malerischen Städte erkundet oder auch die unzähligen Bars und Cafés unsicher gemacht werden. Der ständige Umgang mit der spanischen Sprache lässt den Ausländer bald glauben, er habe nie eine andere Sprache gesprochen und die beruflichen Erfahrungen, die man während des Praktikums sammeln kann, helfen einem bestimmt bei der späteren beruflichen Karriere weiter. Weitere Daten über Spanien erhaltet ihr auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes von Spanien (Instituto Nacional de Estadística): http://www.ine.es/

Seit Februar 2003 müssen EU-Bürger, die sich länger als drei Monate in Spanien aufhalten, keine „Tarjeta de Residencia“, eine Art Aufenthaltsbedingung, mehr beantragen. Sie können sich also ohne spezielle Papiere in Spanien aufhalten, wie die Einheimischen auch. Der Wegfall dieser bürokratischen Hürde vereinfacht einen längeren Spanien-Aufenthalt natürlich erheblich und mobilisiert vielleicht den ein oder anderen, doch ein Praktikum in diesem Land zu absolvieren.


Praktikumsmarkt

Auch in Spanien herrscht schon seit lägerer Zeit eine hohe Arbeitslosenquote. Zwar konnte diese von über 18% (1995) auf mittlerweile rund 11% (2003) gesenkt werden, doch auch diese Quote liegt immer noch über dem EU-Durchschnitt von etwa 9%. Deshalb kann sich die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz als eher schwierig herausstellen. Erste Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Suche ist das Beherrschen der spanischen Sprache. Ohne ausreichende Kenntnisse werdet ihr es besonders schwer haben, einen Platz als Praktikant zu bekommen. Ausnahmefälle bildet hier der Tourismussektor. 2003 übernachteten rund 136 Millionen ausländische Gäste in spanischen Hotels. Damit liegt Spanien sogar noch vor Italien, das ungefähr 100 Millionen Übernachtungen registrieren konnte. Gerade auf den bekannten Urlaubsinseln wie Mallorca, Fuerte Ventura oder auch Gran Canaria wird in den Sommermonaten immer wieder verzweifelt nach helfenden Händen gesucht. Und da wir Deutschen auch in Spanien als Urlaubsvolk zahlenmäßig sehr stark vertreten sind, werden auch deutschsprachige Praktikanten häufig nachgefragt. Hier beschränken sich die Tätigkeiten dann jedoch meist auf die Bereiche Hotel und Gastronomie. In manchen Fällen hat man auch als Sprachlehrer Aussicht auf Erfolg.

In anderen Sektoren des Berufslebens hat man tatsächlich nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen Chancen. Kann man diese jedoch zur Zufriedenheit des jeweiligen Arbeitgebers nachweisen, bieten sich den Praktikanten Perspektiven in den unterschiedlichsten Berufen: als Informatiker, in Finanzen und Verwaltung, in einem Medienunternehmen oder auch im Bereich des Marketing.

Die erfolgversprechendsten Aussichten, in einer Branche seiner Wahl unterzukommen hat man, wenn man sich über eine der vielen Agenturen nach Spanien vermitteln lässt. Natürlich arbeiten diese Agenturen nicht umsonst und so sollte man mit einem gewissen Kostenaufwand rechnen. Häufig ist in diese Gebühren jedoch schon ein Sprachkurs mit inbegriffen, um vor Antritt des Praktikums seine Sprachkenntnisse noch einmal auf Vordermann bringen zu können.

Gemessen an deutschen Standards sind die Arbeitszeiten in Spanien sehr hoch angesiedelt. Die 40-Stunden-Woche ist fest im Gesetz verankert, doch auch Mehrarbeit, sogar an den Wochenenden, ist keine Seltenheit. Im Gegenzug haben die Spanier sehr viel mehr Urlaubstage zur Verfügung als wir Deutschen: mindestens ein Monat bezahlter Urlaub steht ihnen innerhalb eines Jahres zu. Dazu kommen noch 14 gesetzliche Feiertage.

In Spanien ist es bis heute üblich, in der Mittagszeit die traditionelle Siesta zu halten. Viele kleinere Betriebe schließen in der Zeit von etwa 14 bis 17 Uhr ihre Pforten. Danach wird die Arbeit wieder aufgenommen. Es kann also vorkommen, dass ein gewöhnlicher Arbeitstag sich bis 20 Uhr erstreckt. In den Sommermonaten werden dagegen häufiger Ausnahmen gemacht. Die Angestellten arbeiten von 8 bis 16 Uhr durch und haben anschließend den restlichen Tag frei. So lassen sich die Sonnenstunden besser genießen.


Kosten und Finanzierung

I. Lebenshaltungskosten:
Die Lebenshaltungskosten in Spanien liegen unter dem EU-Durchschnitt. Was hierbei jedoch nicht vergessen werden darf ist, dass auch die Gehälter dementsprechend niedriger ausfallen. In größeren Städten wie Madrid, Barcelona oder Valencia passt sich das Niveau der Lebenshaltungskosten mit der Zeit jedoch immer mehr den europäischen Standards an. Bei dem jedoch weiterhin geringen Gehalt kann man das Leben hier getrost als teuer bezeichnen. Weitaus günstiger ist da mal wieder das Leben auf dem Land, das ja in beinahe jedem Land sehr viel weniger kostet.

Vor Beginn des Praktikums sollte man sich unbedingt bei seiner Krankenkasse bzw. Versicherung über den im Ausland gültigen Versicherungsschutz informieren. Spezielle Auslandskrankenversicherungen oder Haftpflichtversicherungen sollten auf jeden Fall abgeschlossen werden.

Da man wegen eines Auslandpraktikums in den meisten Fällen nur höchstens einige Wochen oder Monate in Spanien verbringt, ist es eventuell sinnvoll, sich statt in einer Wohnung in einem günstigen Hotel, einer Jugendherberge oder einer WG einzumieten. Hier spart man die Kosten für Kaution oder auch Möbel. Zudem liegt die Quote an Mietwohnungen in Spanien mit 13% deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 40%. In Spanien geht der Trend deutlich zum Eigenheim bzw. zur Eigentumswohnung. Gerade aus diesem Grund ist es sehr schwierig, eine Mietwohnung für einen kurzen Zeitraum zu ergattern. Außerdem sind die Mietpreise, gerade in den Großstädten, enorm hoch. Eine Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung ist hier unter 600 Euro kaum zu bekommen.

Erste Adressen günstiger Hotels finden sich in den Gelben Seiten Spaniens:
http://www.paginas-amarillas.es

Die Red Espagnola de Albergues Juveniles (REAJ) sind eine Partnerorganisation des DJH (Deutsches Jugendherbergswerk) und vermitteln Zimmer im ganzen Land: http://www.reaj.com/

II. Finanzierung:
Da sich ein Praktikum im Ausland beinahe nie durch die Vergütung des ausländischen Unternehmens tragen lässt, muss man andere Möglichkeiten finden, um nicht im Anschluss an ein solches Praktikum ein Vermögen drauf bezahlt zu haben. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich ein solches Praktikum im Ausland finanziell unterstützen zu lassen:

Auslandsbafög:
Jeder Deutsche, der an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, kann für ein studienrelevantes Praktikum Auslandsbafög beantragen. Die Höchstförderungsdauer beträgt 12 Wochen, wobei der gesamte Betrag als Zuschuss gewährleistet wird, also nicht zurückgezahlt werden muss. Weitere Informationen zum Auslandsbafög erhaltet ihr hier:
http://www.auslandsbafoeg.de/

Stipendien:
Um die beruflichen Chancen von jungen Leuten durch Auslandsaufenthalte zu verbessern, haben verschiedene Organisationen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, aus denen Auslandspraktika teilweise finanziert werden können. Um ein solches Stipendium zu erhalten, muss der Bewerber zwar einige Voraussetzungen erfüllen, aber die Antragstellung lohnt sich auf jeden Fall.
Auf diesen Seiten gibt es nähere Informationen zum Thema Stipendien:
Carl Duisberg Centren: http://www.cdc.de/de/sprachreisen/article_7057.htm
DAAD: http://www.daad.de/ausland/de/3.4.1.html
Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH: http://www.inwent.org

Europäische Bildungsprogramme:
Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die internationale Zusammenarbeit durch die Bereitstellung finanzieller Mittel für Bildungsprogramme wie SOKRATES oder LEONARDO DA VINCI. Nähere Infos zu diesen Programmen bekommt ihr hier:
http://www.bmbf.de/de/919.php


Praktikumssuche

Als eigeschriebener Student einer deutschen Hochschule kann man sich oft problemlos einen Praktikumsplatz über das Studentensekretariat vermitteln lassen. Auch die Suche auf eigene Faust ist in vielen Fällen von Erfolg gekrönt. Hierbei sind jedoch ausreichende Sprachkenntnisse unerlässlich. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich durch eine der vielen Agenturen nach Spanien vermittlen zu lassen. Dabei fallen natürlich eine Reihe von Gebühren an, die etwa zwischen 1000 und 3000 Euro liegen können. Die Preise variieren je nach Organisation, Dauer des Aufenthalts und Belegung eines Sprachkurses. Diese werden von vielen Organisationen vor Beginn des eigentlichen Praktikums angeboten, um das Sprachniveau der Praktikanten noch ein wenig anzuheben.

Falls man sich selbst auf die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz macht, um die horrenden Vermittlungskosten zu umgehen, gibt es verschiedene Anlaufstellen, die erfolgversprechend sind:

Spanische Praktikumsbörsen:
http://www.gencat.es/treball
http://www.gobiernodecanarias.org
http://www.infojobs.net
http://www.trabajos.com
http://www.xunta.es

Deutsche Praktikumsbörsen, die auch Plätze in Spanien im Angebot haben:
http://www.praktika.de/cms/Praktikumsangebote.228.0.html
http://www.jobpilot.es
http://www.monster.es
http://www.randstad.es
http://www.rekruter.de
http://www.stepstone.es
http://www.wiwo.de/
http://www.praktikums-boerse.de/html/praktikant/angebot.cfm
http://www.prabo.de/

Für die nationale Vermittlung von Praktikumsplätzen ist in Spanien die Arbeitsvermittlung (INEM: Instituto Nacional de Empleo) zuständig: http://www.inem.es/

Auch in spanischen Zeitungen sind häufig einige Praktikumsplätze inseriert:
El Pais: http://www.elpais.es
El Rincon: http://www.elrincon.de/
El Mundo: http://www.elmundo.es/
El Periódico: http://www.elperiodico.com/Default.asp
La Vanguardia: http://www.lavanguardia.es/
Auf dieser Seite findet ihr eine Auflistung aller Zeitungen in Spanien:
http://cgi.esperanto.se/kiosken.pl?land=ES


Bewerbung

Die spanische Bewerbung gliedert sich in ein Anschreiben („Carta de Candidatura“) und einen Lebenslauf („Curriculum” oder „Hoja de vida”). Als Besonderheit für Spanien kann man vermerken, dass das Anschreiben möglichst knapp gehalten werden sollte. Es sollte nur kurz darauf eingegangen werden, warum man gerade in diesem Unternehmen ein Praktikum absolvieren möchte. Lange Reden über die eigenen Qualitäten wirken eher abschreckend. Ein Passbild muss nicht unbedingt beigefügt werden. Dagegen sollten Nachweise über Abschlüsse, Sprachkenntnisse und eine Angabe der Referenzen nicht fehlen. Bereits erworbene berufliche Erfahrungen und auch Noten sollten übersetzt bzw. in das spanische Notensystem übertragen werden, damit die Unternehmen diese auch einzuordnen wissen.

Weitere Infos zur perfekten spanischen Bewerbung gibt’s beim Berufszentrum: http://www.berufszentrum.de/spanische_bewerbung_text.html

Musterbewerbung um einen Arbeitsplatz:
http://www.klett-verlag.de/download/pdf/pons/spanisch/s_bewerb.pdf

Muster für einen Lebenslauf:
http://www.klett-verlag.de/download/pdf/pons/spanisch/s_lebens.pdf

Muster für Anschreiben sowie Lebenslauf:
http://www.myinternship.de/bewerbung_spain.html


Visum

Für EU-Bürger:
Ein Aufenthalt von bis zu drei Monaten ist bekannterweise in keinem Mitgliedsland der EU ein Problem. Wie bereits oben erwähnt ist auch der Aufenthalt für EU-Bürger von mehr als drei Monaten seit 2003 kein Problem mehr. Man muss sich nun nicht mehr zwangsläufig um eine Aufenthaltsbedingung, die „Tarjeta de Residencia“, kümmern. Diese Genehmigung kann einem bestimmte bürokratische Vorgänge, zum Beispiel in Verbindung mit Rechtsgeschäften, jedoch erleichtern. Die „Tarjeta de Residencia“ erhält man beim zuständigen Ausländerbüro (Oficina de Extranjeros). Ansonsten sind ein Personalausweis bzw. ein gültiger Reisepass völlig ausreichend.

Auch nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch mit nützlichem Charakter ist die NIE, die Número de Identidad de Extranjero. Sie ist eine Ausweisnummer, die beispielsweise auf Steuererklärungen angegeben werden muss. Als geringverdienender Praktikant müsst ihr eine solche Erklärung zwar nicht einreichen, doch auch bei anderen Vorgängen wird eine solche Nummer verlangt. Auch die NIE kann bei einem der zahlreichen Ausländerbüros beantragt werden. Hier findet ihr eine Übersicht über alle Ausländerbüros: http://www.mir.es/extranje/extdonde.htm

Für Nicht-EU-Bürger:
Bürger, die nicht aus einem der EU-Länder kommen, müssen vor ihrer Reise nach Spanien ein Visum beantragen. Dies kann beim zuständigen Konsulat des Heimatlandes geschehen. Um ein solches Visum zu erhalten, wird jedoch häufig ein bereits bestehender Arbeitsvertrag verlangt.
Bürger, die aus Nord- bzw. Südamerika, Andorra, Spanien, Israel, Japan, Monaco, Neuseeland und der Schweiz kommen, dürfen sich innerhalb eines halben Jahres bis zu 90 Tage ohne Visum in Spanien aufhalten. Diese Länder haben ein bilaterales Abkommen mit Spanien und erleichtern deshalb den Bürgern die Einreisebestimmungen.

Liste aller deutschen Botschaften und Konsulate in Spanien:
http://www.embajada-alemania.es/

Liste aller spanischen Botschaften und Konsulate in Deutschland: http://www.embajada-alemania.es/



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